Galerie Rita Stern | JOACHIM WEISSENBERGER
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JOACHIM WEISSENBERGER

 

Joachim Weissenberger, geboren 1965 in Schweinfurt, studierte an der Hochschule für Kunst und Medien in Hannover und arbeitet seit 2008 als freier Maler und Grafiker in Obernburg am Main.

 

Zitat des Künstlers: „Die voranschreitende Technisierung unseres sozialen Umfeldes und unserer Lebensrealität entfernt uns zunehmend von uns selbst. Es entsteht ein Vakuum, welches wir schwer mit Worten beschreiben können und durchaus deutlich wahrnehmen. Dieses Vakuum bedrängt mich ständig. Es ist wie der Keller in einem Haus – man räumt da ständig Dinge rein, die man nicht mehr gebrauchen kann. In diesem Keller arbeitet es aber ständig, die Dinge geraten in Bewegung und wollen festgehalten werden. Malen ist für mich auch Therapie. Schlimm wird es meistens dann, wenn sich die richtige Stimmung nicht einstellt und ich während des Malens feststellen muss, dass ich meinen Keller lieber zugeschlossen hätte.

 

Vorzeichnungen mache ich fast nie, die Formen entstehen direkt auf der weißen Leinwand – ein leeres Zimmer oder ein Raum, den es einzurichten gilt. Klassische Klavier- oder Streichermusik (Sibelius, Rachmaninoff, Grieg) versetzt mich zuverlässig und ritualhaft immer in die richtige Stimmung – Zeit und Raum sind vollkommen ausgeblendet. 5 bis 7 Stunden dauert eine Session immer, wobei ich nie ein Problem mit der leeren weißen Leinwand habe. Sie ist wie ein Nichts (das mich nicht ängstigt), wie ein unbestellter Boden, eine Projektionsfläche oder -raum, aus dem organische Formen emporsteigen oder zu Beginn noch nicht sichtbar unter der Oberfläche lauern und abwarten, entdeckt zu werden. In diesem Augenblick steige ich hinab in ein Bassin oder in einen Pool und sammle Formen ein. Den rechten Winkel gibt es nicht, alles ist in Bewegung und im Fluss! Es sind sehr intime Bilder, oft mit Schnittflächen und unvollständig. Bruchstücke, die einmal zu einem größeren Ganzen gehörten, welches nun wieder rekonstruiert wird. Von diesen Teilen kann der Betrachter dann wieder Rückschlüsse auf die ursprüngliche Form ziehen – Zeit, Vergangenheit und Gegenwart haben auf diese Einzelteile eingewirkt und sie so zurückgelassen.“